Das Ostdeutsche Heim auf der Saaleinsel (1957 – 1991)

Ostdeutsches-Heim-1 Der kulturelle Mittelpunkt aller Heimatvertriebenen, vor allem der Sudetendeutschen, war das Ostdeutsche Heim auf der idyllischen Saaleinsel, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Herrenmühle.
Viele freiwillige Helfer der Sudetendeutschen Landsmannschaft, an ihrer Spitze Leopold Schmitt, Anton Klauda, Josef Binder und Martin Reidinger bauten 1957 aus den Liegenschaften des Internierungslagers eine Baracke ab und begannen mit deren sofortigen Wiederaufbau.
Die Sudetendeutsche Landsmannschaft zählte damals im Altlandkreis Hammelburg über 1000 Mitglieder, so dass die Errichtung einer eigenen Heimstätte allgemein begrüßt wurde.
Ostdeutsches-Heim-2 Nach und nach erfolgte die Ausgestaltung  der Räume mit einem ca. 100 Sitzplätze fassenden Saal.
Die feierliche Eröffnung geschah am 27.9.1958. Alt- und Neubürger begingen gemeinsam den Tag  der Heimat auf der Saaleinsel.
Eingeleitet wurde der Tag mit Gottesdiensten in den beiden Kirchen und einer Gedenkfeier am Kreuz der Heimatvertriebenen auf dem Friedhof. Dieses Kreuz mit seiner ansehnlichen Gedenkstätte wurde 1950 errichtet und 2005 restauriert.
Nach dem Heimattreuemarsch durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt sprachen auf der Kundgebung Landrat Adam Kaiser, die Vizepräsidentin des Bundestags Dr. Marie Probst und als Festredner Staatssekretär Alfons Goppel. Ein reichhaltiges kulturelles Programm schloss sich an .
Ostdeutsches-Heim-3 Nach und nach erfolgten die weitere Ausgestaltung der Räume, neben den zirka 100 Sitzplätze fassenden Saal mit Vorraum, erhielt das Heim noch weitere 4 Räume: Kanzlei, Archiv, Bibliothek und einen Abstellraum (Herr Voh).
In und um das Ostdeutsche Heim herrschte dann mehr als drei Jahrzehnte ein reges Leben.
Leopold Schmitt, damaliger Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft,  hielt zuerst abends, dann auch tagsüber Sprechstunden ab, erteilte seinen Landsleuten Ratschläge und half beim Ausfüllen von Anträgen. Er war der Motor und die Seele des Heimes.
Die Bezeichnung Ostdeutsches Heim wurde dem Gebäude gegeben, weil es eine Begegnungsstätte aller Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten und der einheimischen Bevölkerung war.
Faschingstreiben im Ostdeutschen Heim Faschingstreiben im Ostdeutschen Heim Der gemischte Chor, unter seinem langjährigen Chorleiter Herbert Mauermann fand hier Unterkunft und Geborgenheit, es fanden Familientreffen und monatliche Heimatstunden statt, zur Faschingszeit war Jubel, Trubel, Heiterkeit in allen Räumen zuhause, der Mütter gedachte man in Maiheimatstunden, Erntedank und Kirchweih wurden gefeiert, es gab stilvoll in heimatlicher Tradition gestaltete Advents- und Weihnachtsfeiern – und bei allen diesen Veranstaltungen wirkten immer der gemischte Chor sowie Jugend- und Kindergruppen mit.
Viele glanzvolle Höhepunkte sind zu nennen. Zu erinnern ist hier an die Tage der Heimat im Herbst, die in und um das Heim veranstaltet wurden, so z.B. 1966 mit Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm , MdL Walter Zeßner, Bgm. Karl Fell und Landrat Adam Kaiser. Es kamen auch in den späteren Jahren der bayerische Ministerpräsident Alfons Goppel und Staatsminister Walter Stain.
Es gab auch eine sehr aktive Sudetendeutsche Jugendgruppe, die von Gerhard Hortig geführt wurde.
Nach dem Tod der meisten aus der alten Garde führten vor allem Ernst Schimurda und das Ehepaar Martin und Beatrix Reidinger die Tradition des Heimes fort.
Abbruch des Ostdeutschen Heimes Die finanziellen Belastungen, wie Pachtzins, Versicherungsgebühren, Unterhaltungskosten, anstehende Reparaturen und notwendige Erneuerungen sowie die stark zurückgehende und alternde Mitstreitergruppe zwangen die Vorstandschaft notgedrungen das liebgewordene, traute Ostdeutsche Heim Anfang der 90-er Jahr aufzugeben.

Termine

des Förderkreises, des Museums und der Inselnutzung

Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung 2024 findet am 07.03.2024, um 19.00 Uhr, im Weingut Ruppert statt.
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